Du willst mit deinem Food Truck, Imbisswagen oder Kaffee-Mobil durchstarten — aber bevor der erste Burger über die Theke geht, brauchst du einen Stapel Genehmigungen. Welche genau, was sie kosten und welche Fristen du nicht verpassen darfst: hier ist die komplette Übersicht.
📝 1. Gewerbeanmeldung
Die Grundvoraussetzung für jede gewerbliche Tätigkeit. Ohne Gewerbeschein geht nichts. Kosten: 15–60 €, einmalig beim Gewerbeamt deiner Heimatgemeinde. Meist innerhalb weniger Tage erledigt.
Sobald dein Gewerbe angemeldet ist, informiert das Gewerbeamt automatisch das Finanzamt, die IHK und die Berufsgenossenschaft.
🗂️ 2. Reisegewerbekarte
Pflicht wenn du an wechselnden Standorten außerhalb deiner Heimatgemeinde verkaufst. Kosten: 150–300 €, gilt bundesweit, personenbezogen, unbefristet.
Du brauchst: Personalausweis, polizeiliches Führungszeugnis, Auskunft aus dem Gewerbezentralregister. Bearbeitung dauert 2–4 Wochen.
🏥 3. Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz
Pflicht für jeden, der gewerbsmäßig Lebensmittel herstellt oder verkauft. Kosten: 20–40 €, Erstbelehrung beim Gesundheitsamt, danach jährliche Folgebelehrung durch den Betreiber.
Die Bescheinigung darf bei Tätigkeitsbeginn nicht älter als drei Monate sein.
🎓 4. IHK-Gaststättenunterrichtung
Pflichtschulung zu Lebensmittelhygiene und Infektionsschutz. Kosten: 70–100 €, einmalig, ca. 3–4 Stunden bei der IHK.
📍 5. Sondernutzungserlaubnis
Für jeden öffentlichen Standort brauchst du eine separate Genehmigung. Kosten: 30–500+ € pro Standort, beim Ordnungsamt oder Straßenverkehrsamt, oft zeitlich begrenzt.
Auf privatem Grund (Firmenparkplätze) brauchst du nur die schriftliche Erlaubnis des Eigentümers.
✅ 6. HACCP-Konzept & Dokumentation
Gesetzliche Pflicht nach EU-Verordnung 852/2004. Muss individuell auf deinen Betrieb zugeschnitten sein. Tägliche Protokollierung von Temperaturkontrollen, Reinigung, Wareneingang, Personalhygiene.
Bei einer unangemeldeten Kontrolle durch das Gesundheitsamt musst du die Protokolle sofort vorzeigen können.
📋 Kostenloses HACCP-Tagesprotokoll
26 Prüfpunkte, druckfertig auf A4 — die Vorlage die bei der nächsten Kontrolle den Unterschied macht.
📥 Gratis herunterladen🔥 7. Gasprüfung
Pflicht für jeden Food Truck mit Gasanlage. Kosten: 80–200 €, alle 24 Monate. Seit Juni 2025 wird die Gasprüfbescheinigung bei der HU kontrolliert — ohne gültige Gasprüfung keine TÜV-Plakette.
🚛 8. TÜV / Hauptuntersuchung
Reguläre Fahrzeugprüfung. Kosten: 130–180 €, alle 24 Monate (bei >3,5t ab dem 7. Jahr jährlich).
🍺 9. Gaststättenerlaubnis (bei Alkohol)
Nur nötig wenn du Alkohol ausschenkst oder eine Bestuhlung einrichtest. Kosten und Regeln variieren stark je nach Bundesland.
🛡️ 10. Versicherung
Nicht vorgeschrieben, aber unverzichtbar: Betriebshaftpflichtversicherung (ab ~500 €/Jahr) schützt bei Schadensersatzansprüchen. Dazu die normale Kfz-Versicherung.
📋 Die komplette Checkliste
Vor dem Start:
- Gewerbeanmeldung (15–60 €)
- Reisegewerbekarte (150–300 €)
- Belehrung § 43 IfSG (20–40 €)
- IHK-Gaststättenunterrichtung (70–100 €)
- HACCP-Konzept erstellen
- Betriebshaftpflicht abschließen
Regelmäßig erneuern:
- Sondernutzungserlaubnis pro Standort
- Gasprüfung alle 24 Monate
- TÜV/HU alle 24 Monate
- HACCP-Protokoll täglich führen
Dieser Artikel dient als allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: Juni 2026.